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04 / 2014 / iSALONI 2014

23 Apr
2014

Salone del Mobile © Alessandro Russotti

STIL A LA MILANESE

357.212 Besucher aus über 160 Ländern – ein Plus von 13% gegenüber dem Vorjahr -so endete die 53. Salone del Mobile, auch weithin bekannt als „iSaloni“ in Rho bei Mailand, die zur gleichen Zeit wie die Milan Design Week 2014 lief.

Alle Messehallen schafft man vielleicht in 3 Tagen und wenn man die diversen Verkehrsstaus voraus sieht, wird dann schon ein 12-Stunden Tag daraus. So sollte man sich von vornherein auf bestimmte Hallen konzentrieren. Bei mir waren es 8 von 20, nämlich dort,  wo DESIGN zu sehen sein wird.

Salone del Mobile © Saverio Lombardi Vallauri

Tja, aber wie war es denn? Nun gut, sicher überwiegend italienisch (85% aller Aussteller sind schließlich Inländer!). Dort spielte sich natürlich auch am meisten ab und ich hatte meine Freude mit anzusehen wie das männliche Verkaufspersonal vor den Ständen stand und entweder telefonierte oder sich untereinander unterhielt. Drinnen bemühten sich die Standbetreuerinnen, den diversen Fragen der Besucher nachzukommen. Geduld musste man schon haben, wenn man z.B. nach Pressematerial fragte.

Und der Trend? Einerseits Schwarz-Weiß, was an die Ästhetik der 1960er Jahre erinnert oder halt gewagt bunt. Schwarze Punkte und Karos lösen wohl allmählich Zebrastreifen ab und das Bunte steuert nun auch auf die Korpus Möbel zu. Auch Teppiche sind wohl wieder im Kommen. Einige Stände hatten schon fast zu viel davon, ausgenommen natürlich die eigentlichen Anbieter von Bodenbelägen, die mussten dann auch noch die Wände hochgehen, um ihr Sortiment komplett vorzuzeigen. So braucht man nicht den Kopf hängen zu lassen.

Salone del Mobile © Saverio Lombardi Vallauri

Salone del Mobile © Saverio Lombardi Vallauri

Bei den Sitzmöbeln ist irgendwo festzustellen, dass es sich wohl ausgeledert hat. Textilstoffe werden wieder angeboten. Warum? „Wir wollen dem Kunden mehr anbieten und (vertraulich gesprochen) einige wollen auch kein Leder mehr sehen!“, so ein großer Aussteller.

Salone del Mobile © Saverio Lombardi Vallauri

Salone del Mobile © Saverio Lombardi Vallauri

Wie ist das so mit den Bezügen? Na ja, abzieh- und waschbar ist eh klar. Einmal habe ich sogar Wachstuch gesehen – was für ein Gefühl. Die grobe Zeit (bei den Stoffen) ist wohl vorbei, alles ist schön glatt und manchmal darf es auch mal ein wenig glitzern. Toll fand ich eine Neuheit, bei der man die Polster wenden kann und auf jeder Seite gab es eine andere –aber doch ähnliche- Farbe. Wird nie langweilig.

Und dann die Stühle und Sessel? Was soll ich sagen, manchmal glaube ich dass  pro Tag auf der ganzen Welt 1.000 Vierbeiner neu entworfen werden. Dabei gibt es nicht wirklich Neues *). Sitzfläche muss schließlich immer sein und die werden anscheinend immer schaliger, was aber nicht mit ergonomisch gleichzusetzen ist.  Waren letztes Jahr noch die Kojen (auch Kuschelecken genannt) sehr trendig, so setzt man wieder auf die sogenannten Relaxer, die zwar schlanker daherkommen, aber trotzdem alle Schikanen beinhalten. Kosten sicher so einiges und alle hatten nur Leder.

Salone del Mobile © Saverio Lombardi Vallauri

Salone del Mobile © Saverio Lombardi Vallauri

Wie ist das so mit Holz? Eine sehr berechtigte Frage. Wie wir alle wissen wachsen Bäume nach. Aber anscheinend wissen es nicht alle Möbler, aber wir waren ja auch südlich der Alpen.

*) Mies van der Rohe sagte einmal: „Es ist leichter ein Haus als einen Sessel zu entwerfen“. Irgendwie kann ich dem nur zustimmen.

Text: Wolfgang G. Külper

Website: www.cosmit.it

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